Bengalkatze – wilde Schönheit mit lebhaftem Charakter
Geschichte
Die Geschichte der Bengalkatze begann im Jahr 1961, als die Amerikanerin Jean Sugden während einer Dienstreise nach Bangkok (Südostasien) ein Kätzchen einer wilden Hauskatze auf einem lokalen Markt kaufte. Diese Katze erhielt den Namen Malaysia und wurde in die USA gebracht. Obwohl sie in einem häuslichen Umfeld lebte, behielt Malaysia die Gewohnheiten eines Wildtiers bei, zeigte keine Aggression, blieb jedoch scheu und distanziert. Dennoch fand sie Gefallen an einem schwarzen Hauskater namens Jin. Das Ergebnis dieser Verbindung war ein hybrides Kätzchen namens Kin-Kin.
Jean, die schon als Studentin Katzen züchtete, beschloss, eine neue Katzenrasse zu erschaffen, die das Aussehen einer wilden asiatischen Katze mit dem Charakter eines Haustieres verbindet. Ihr Vorhaben wurde jedoch durch den Tod ihres ersten Mannes unterbrochen. Malaysia kam in einen Zoo, und Kin-Kin starb an einer Lungenentzündung.
Erst 15 Jahre später setzte Jean – inzwischen unter dem Namen Jean Mill bekannt – ihre Zuchtbemühungen fort. Neben Hauskatzen wurden auch Siamkatzen, Abessinierkatzen, Ägyptische Mau sowie Burmakatzen in das Zuchtprogramm integriert.
Nach vielen Herausforderungen wurde die Bengalkatze schließlich im Jahr 1991 offiziell von der TICA anerkannt, und etwas später auch von allen anderen internationalen Katzenverbänden.
Beschreibung und Charakter
Die Bengalkatze fasziniert durch ihre äußerliche Ähnlichkeit mit wilden Vorfahren. Ihre Schönheit ist oft der entscheidende Grund, warum Menschen sie als Haustier wählen. Doch es ist wichtig zu wissen, dass diese Katzen ursprünglich als Hybrid zwischen einer Wild- und Hauskatze gezüchtet wurden, was ihren Charakter bis heute beeinflusst. Durch gezielte Züchtung wurden Bengalkatzen jedoch im Laufe der Zeit ausgeglichener und besser an das Leben im Haus angepasst.
Bengalkatzen sind äußerst intelligent und benötigen regelmäßige Beschäftigung sowie intensiven menschlichen Kontakt. Vernachlässigung kann bei ihnen zu emotionaler Distanz führen, weshalb es entscheidend ist, schon frühzeitig eine enge Bindung aufzubauen. Besonders die Kater brauchen viel Zuwendung, um zufrieden und ausgeglichen zu sein.
Ihre Jagdinstinkte sind stark ausgeprägt, sodass kleinere Haustiere wie Vögel oder Nagetiere schnell als Beute wahrgenommen werden könnten. Um ihre überschüssige Energie abzubauen, benötigen sie viele Spielmöglichkeiten, Puzzles, Kletterbäume und abwechslungsreiche Aktivitäten.
Vertreter dieser Rasse brauchen hochwertiges Futter, wobei plötzliche Futterwechsel oft zu Verdauungsproblemen führen können. Bengal-Katzen besitzen guten Appetit, neigen aber nicht zu Übergewicht. Wichtig ist, dass sie genug Energie erhalten, um ihre ausgeprägte Muskulatur zu erhalten.
Wer eine ruhige Schoßkatze bevorzugt, die entspannt schnurrt und stundenlang auf dem Schoß schläft, sollte sich lieber nach einer passenden Rasse wie der Perserkatze, Burmakatze, Ragdoll oder Exotischen Kurzhaarkatze umsehen. Diese Rassen sind für ihre Anhänglichkeit und Ruhe bekannt. Bengalkatzen hingegen sind dafür zu aktiv und benötigen permanente Bewegung, Spiel und mentale Herausforderungen.
Bengalkatzen sind emotional sehr sensibel, reagieren empfindlich auf Veränderungen der Stimme und auf die Stimmung ihrer Besitzer. Sie mögen keine lauten oder plötzlichen Bewegungen und leiden unter Streitigkeiten in der Familie genauso wie kleine Kinder.
Ihre natürliche Neugierde in Kombination mit sturer Hartnäckigkeit sorgt dafür, dass Bengal-Katzen immer wieder auf Erkundungstour gehen. Geschlossene Türen und Schränke bleiben selten ein Hindernis für sie. Sie lieben es zudem, von hohen Plätzen aus das Geschehen zu beobachten.
Diese Katzenrasse ist hyperaktiv und besonders für ebenso aktive Menschen geeignet. Überlegen Sie gut, ob Ihr Lebensstil zu dieser außergewöhnlichen Katze passt.
Häufige Krankheiten
Die Bengalkatze gilt als robuste, energische Rasse mit einer Lebenserwartung von durchschnittlich 15 Jahren oder mehr. Dennoch gibt es einige gesundheitliche Risiken, auf die man achten sollte:
• Herzerkrankungen
• Darmerkrankungen
• Flat-Chest-Syndrom (flacher Brustkorb)
• Hüftdysplasie
• Progressive Retinaatrophie (Netzhautschwund)
Um das Risiko dieser Erkrankungen möglichst gering zu halten, empfehlen Experten, Bengalkatzen ausschließlich von registrierten Züchtern mit gutem Ruf zu erwerben, die die Gesundheit und Reinrassigkeit ihrer Tiere gewährleisten können.
Pflege
Im Gegensatz zu vielen anderen Katzen lieben Bengalkatzen Wasser und baden sehr gern. Daher sollte man bedenken, dass jede offene Wasserquelle (Badewanne, Waschbecken oder andere Gefäße) für sie verlockend sein könnte.
Ihr kurzes Fell fühlt sich angenehm weich und seidig an und benötigt keine spezielle Pflege oder häufiges Bürsten.
Allgemein sind Bengalkatzen sehr reinliche Tiere, die sich schnell an das Katzenklo gewöhnen. Dieses sollte jedoch stets sauber gehalten werden, da selbst kleinste unangenehme Gerüche dazu führen können, dass die Katze ihren Toilettengang verweigert.